Mit dem Reifezeugnis in die Zukunft
Es ist eine schöne Tradition und gleichermaßen der Höhepunkt im Leben der Gymnasiasten- die feierliche Übergabe der Reifezeugnisse zum Abschluss der Schulzeit. So hieß es am vergangenen Freitagnachmittag in der Aula des Johann- Gottfried-Seume-Gymnasiums: Es ist geschafft! – Abitur 2026.
Von Jürgen Körber*
Vacha: Es ist der höchste Schulabschluss in der Bundesrepublik Deutschland: das Abitur (kurz Abi genannt), es ist das Zeugnis, das die Gymnasiasten nach dem erfolgreichen Abschluss der Oberstufe erhalten und das ihnen die allgemeine Hochschulreife und damit die Studierfähigkeit an einer Hochschule bescheinigt. Interessant, zu wissen, dass das Abitur am Ende des 18. Jahrhunderts entstand und Preußen als erster deutscher Staat mit dem „Reglement für die Prüfung an den Gelehrten Schulen“ vom 23. Dezember 1788 die Abgangsprüfung regelte. Seit-dem ist viel Zeit ins Land gegangen und das Procedere auf dem Weg zum Abitur hat sich in vielerlei Hinsicht und mehrfach geändert. Was aber schon immer galt und auch künftig gelten wird, ist die Erkenntnis: „Ohne Fleiß kein Preis!“. Das wussten auch die 41 Absolventinnen und Absolventen des Jahrgangs 2026, die 12 Jahre lang die Schulbänke gedrückt, fleißig gelernt und so ihre Abi- Prüfungen mit Bravour und einem Notendurchschnitt von sage und schreibe 1,94 (2024 lag der Notendurchschnitt noch bei 2,3) bestanden haben. Das Abitur hat von Ort zu Ort so manche, weit überwiegend positive „Begleiterscheinung“, beispielsweise die Abi-Streiche, „Vorfinanzierungspartys“ und den Abi-Ball selbst. Zu einem der bedeutendsten erhalten gebliebenen Abi-Bräuche gehört die Übergabe der Reifezeugnisse im Rahmen einer festlichen Abiturfeier, die am Johann-Gottfried-Seume-Gymnasium seit langem Tradition ist und am vergangenen Freitagnachmittag in der schuleigenen Aula mit einem festlichen Programm für den diesjährigen Abschlussjahrgang zelebriert wurde.
Eine würdige Feier mit anerkennenden Worten und Musik
Bereits der musikbegleitete feierliche Einzug der Abiturientinnen und Abiturienten in die festlich geschmückte Aula war beeindruckend und führte bei den zahl-reich erschienenen Anwesenden, insbesondere den Eltern, zu ersten Emotionen, geprägt von Freude und Stolz auf die Leistungen ihrer Kinder, die sichtlich längst zu jungen Erwachsenen herangereift sind. Der Schulchor unter Leitung von Heike Günther eröffnete das Festprogramm und sorgte mit „Circle of life“ und „Africa“ für einen stimmungsvollen Auftakt. Für die weitere musikalische Umrahmung der Feier zur Ausgabe der Reifezeugnisse sorgten als Solisten Pauline Reuter mit „Someone like you“, Lillian Christ am Cello mit der Interpretation von J. S. Bachs „Cello- Suite Nr. 1“ sowie Jonathan Engel (Klavier) und Annika Bach (Geige) mit „The Winner takes it all“.
Schulleiterin Beate Dittmar begrüßte die Abiturientinnen und Abiturienten, ihre Familienangehörigen und die zahlreich erschienenen Gäste, darunter das Mitglied des Thüringer Landtags, Martin Henkel (in Doppelfunktion als stolzer Papa eines Absolventen), den Bürgermeister der Stadt Vacha und Vorsitzenden des Schulfördervereins, Martin Müller, den Bürgermeister von Unterbreizbach, Roland Ernst, den stellvertretenden Bürgermeister Geisas, Steffen Bott, den Ortsteilbürger-meister von Stadtlengsfeld, Andreas Kuropka, die Sachgebietsleiterin in der Schulverwaltung des Wartburgkreises, Heike Müller, Hans Heinrich Wiegand als Präsident elect Rotary Club Bad Salzungen sowie weitere Persönlichkeiten. In ihrer Festrede unter dem Motto „Mut zur Zukunft“ verwies sie unter anderem darauf, dass die Absolventinnen und Absolventen am Gymnasium das notwendige Rüstzeug erhalten hätten und nun bei ihrem Aufbruch in einen neuen Lebensabschnitt den Fokus auf Gestaltungsmöglichkeiten richten können. Voller Stolz verkündete sie, dass die 41 Absolventen des Jahrgangs 2026 das Abitur mit einem Gesamtnotendurchschnitt von 1,94 erreichten, Oscar Stehling mit der Note 1,0 Jahrgangsbester wurde, Sophie Bott und Liliana Engel jeweils mit dem Prädikat 1,1 sowie Charlotte Beck mit dem Prädikat 1,2 auf den Plätzen folgen. Wie es nach dem Abitur weitergeht, davon haben fast alle sehr konkrete Vorstellungen, so Dittmar: 37 Absolventen möchten studieren, 3 beginnen eine Berufsausbildung; nur ein Absolvent habe die Frage, was er nach dem Abitur zu tun gedenkt, mit „Nichts“ beantwortet. Schulleiterin Dittmar beglückwünschte alle Absolventen und wünschte ihnen Glück und Erfolg auf all ihren Wegen, nicht vergessend, allen, die zu deren Erfolgen beigetragen zu haben, zu danken.
Auszeichnungen und Zeugnisausgabe
In der Folge wurden Helena Wolff, Liliana Maria Engel und Josephine Lotte Schlotzhauer durch Hans Heinrich Wiegand Präsident elect Rotary Club Bad Salzungen für ihre Seminarfacharbeit „Familieninfluencer – im Spannungsfeld zwischen digitaler Inszenierung und gesellschaftlicher Verantwortung“, Oscar Stehling im Bereich Mathematik, Charlotte Beck, Liliana Maria Engel, Sophie Bott, Alicia Kraus, Mara Zoe Hoffmann und Helena Wolff im Bereich Biologie sowie Mara Zoe Hoffmann und Stella Rosenstengel im Bereich katholische Religion ausgezeichnet, bevor in einem feierlichen Akt die Reifezeugnisse übergeben wurden. Es folgten kurze Ansprachen des Schulfördervereinsvorsitzenden Martin Müller, des Schulelternsprechers Herrn Eisemann und des stellvertretenden Schülersprechers Julian Diel, die sämtlich zum bestandenen Abitur gratulierten.
Auch die Absolventinnen und Absolventen bedankten sich mit einfühlsamen Worten und verabschiedeten sich mit dem Gesang ihres „Abschlussliedes“.
*Der Autor ist Mitglied des Schulfördervereins am Seume-Gymnasium
































